Feststellung von Aktivitäten der Holz zerstörenden Insekten

Dieses Thema wird in den letzten Jahren ziemlich intensiv diskutiert. Unter Monitoring versteht man ein physikalisches System zur Sichtbarmachung eines aktiven Insektenbefalls. Hier gibt es verschiedene Varianten, die abhängig sind von der Art der Insekten.

Die wohl größten Überraschungen wurden bei der Prüfung von Ausfluglöchern des Gescheckten Nagekäfers entdeckt. Obwohl es an verschiedenen Objekten nur dunkle Ausfluglöcher gab, die nach der landläufigen Meinung keinen aktiven Befall darstellen, wurde nach dem Abkleben mit verschiedenen Papieren festgestellt, dass aus diesen dunklen Ausfluglöchern Insekten schlüpfen. Häufig wurden dann auch noch Klebefallen installiert, um die Intensität des Befalls zu prüfen.

Die Methode des Abklebens funktioniert nur, wenn die Insekten aus den alten eigenen Ausfluglöchern schlüpfen. Das ist eine Eigenschaft der Nagekäfer. Beim Hausbock muss eine andere Strategie angewendet werden.

Die Intensität des Befalls ist erst einmal sekundär. Zwar wird immer wieder versucht klar zu machen, dass es keinen Sinn macht, einzelne Insekten zu bekämpfen, jedoch ist die Frage, ab wann ein Befall keine Gefahr für eine Konstruktion darstellt und ab welchem Befallsstadium dann diese Gefahr doch gegeben ist.

Es gibt eine vergleichende Untersuchung an verschiedenen Kirchen und Museen in Mecklenburg-Vorpommern. Die Autoren, Haunstein und Noldt, haben festgestellt, dass an praktisch allen verdächtigen Objekten auch aktiver Befall festgestellt wurde. Das relativiert wiederum das Monitoring an verschiedenen Gebäuden.

Sind die äußeren Bedingungen gegeben, die einem Insektenbefall Vorschub leisten, dann macht Monitoring keinen Sinn. In diesem Fall ist es einfach notwendig, eine Insektenbekämpfung durchzuführen. Hier muss aber die jeweils besondere Situation des Objektes berücksichtigt werden.

Handelt es sich z. B. um einen Ausbau eines Hauses im Dachbereich zur Schaffung neuer Wohnungen, sollte eine Bekämpfung vorgenommen werden. Monitoring verzögert den Bauablauf erheblich, bis die Erkenntnisse gesammelt sind. Hier ist eine Insektenbekämpfung sinnvoll, wenn Ausfluglöcher vorliegen, bzw. ist die Bekämpfung  abhängig von den vor Ort vorgefundenen Parametern.

Bei Denkmälern, bei denen keine weitere Nutzungsänderung vorliegt, kann über ein Monitoringsystem über mehrere Jahre der Befall weiter geprüft werden. Hier ist dann unter Umständen keine Sanierung erforderlich.

Bei meinen bisherigen Monitoringobjekten habe ich immer versucht, in Abstimmung mit dem Architekten und dem Bauherrn einen geeigneten Weg zu finden, die Überprüfung eines aktiven Insektenbefalls auf ein Minimum zu beschränken. Letztendlich entscheidet der Bauherr, ob er bei dem vorgefundenen Befall eine Bekämpfung durchführen möchte oder ob ein entsprechender „Wartungsvertrag“ für den jeweils befallenen Bereich abgeschlossen wird. Eine Entscheidung über das durchzuführende Monitoring kann in aller Regel erst dann getroffen werden, wenn das Objekt auch in seinen Details bekannt ist.