UPS und die seltsame Art des Kundendienstes

Bei einem Einsatz meines Bohrwiderstandsmessgerätes fiel das Gerät von der Sitzkante im Boot. Die Steuerung zeigte an, dass es nicht mehr funktioniert. Daraufhin habe ich den Hersteller IML angerufen und geklärt, dass ich das Gerät sofort nach Eingang im Werk in Wiesloch repariert bekomme. Es müsse nur auf dem schnellsten Weg nach Wiesloch. In Lastrup gibt es nur den Hermes Versand oder die Post mit Paketdienst. Schadenszeit war 06.06.2011 um 11:30 Uhr, meine Termine hätten abgesagt werden müssen, um das Paket in Lastrup rechtzeitig auf den Weg zu bringen. Es gibt ja UPS. Normalerweise muss ich nach Osnabrück fahren, dort ist gemäß meiner Wohnortpostleitzahl die zuständige Niederlassung.

Von der Firma IML bekam ich die Adresse der nächst gelegenen Niederlassung; in Westerstede, Hansacker 16. Gemäß weiterer Information ist die Geschäftszeit dort 8:00 bis 20:00 Uhr, passt also. Ich bin von Bremerhaven losgefahren zu meinem nächsten Termin 13:30 Uhr in Edewecht. Auf der Strecke liegt Westerstede, also passt das. Dort in Westerstede bei UPS angekommen, am Eingangstor für Kunden geklingelt. Der Mann war nett und ich erklärte ihm, worum es geht. Er fragte nach meiner Kundennummer. Ich habe keine von UPS, weil diese Firma mir nicht nah genug zu meinem Büro liegt. Außerdem versende ich keine Pakete.

Netterweise wurde ich aufgeklärt, dass es einen Tarif gibt, der ca. 36 Euro kostet und UPS garantiert, dass am nächsten Tag um 12 Uhr das Paket zugestellt wird. Das ist ja ganz hervorragend; dann habe ich am Mittwoch mein Gerät wieder, weil es auch einen Spezialtarif gibt, wo das Gerät bis morgens 9:00 Uhr ausgeliefert wird. Da ich bei den Messungen vom Boot aus auf die Ebbe angewiesen bin, wäre theoretisch am Mittwoch das Gerät um 9 Uhr bei mir, spätestens um 10 Uhr muss ich los nach Bremerhaven und um 12:20 ist die Abfahrt mit dem Boot. Dienstags habe ich sowieso etwas anderes in Essen zu erledigen, also kein Ausfall des Honorars für meine Tätigkeit am Mittwoch.

Ich habe also den entsprechenden Tarif gewählt, der genaue Namen wurde mir nicht gesagt und habe exakt 35,46 Euro bar um 13:00 hingelegt. Mir wurde eine Quittung ausgehändigt, heißt auch Frachtbrief mit der Nummer H856 919 9xx x und alles war ok. Bis zum 06.06.2011, 12:05 Uhr. Da war ein Anruf von IML, dass bei der UPS-Lieferung mein Messgerät nicht dabei war. Über die Telefonnummer 01805 / 88xxxx habe ich dann für 42 Cent pro Minute aus dem Mobilnetz (ich war zu diesem Zeitpunkt auf einem Ortstermin in Essen an der Ruhr) erfahren, dass doch alles ok sei. Wenn ich das Paket montags abgebe, dann muss es mit dem Normaltarif erst mittwochs da sein. Jetzt habe ich nach dem normalen Tarif gefragt, der läge bei ca. 10 Euro. Da der Frachtbrief noch in meinem Koffer war, habe ich ihn mir mal näher angesehen. Angekreuzt ist Standard, bezahlt habe ich aber den Tarif Express Saver! Mir wurde erklärt, dass da was nicht in Ordnung sei. Diese Dame vermittelte mich ohne einen Hinweis zu der nächsten. Die wußte von nichts, also noch einmal die gesamten Erklärungen. Mittlerweile dauerte das Gespräch schon 5 min. bei 42 Cent pro Minute. UPS läßt sich für die Reklamationen extra bezahlen! Toller Service!!

Ich wurde nach der Nummer des Frachtbriefs gefragt und mir wurde bestätigt, dass meine Sendung noch in Westerstede steht. Wieso ich die Sendung überhaupt nach Westerstede gebracht hätte, die wären dort doch gar nicht zuständig. Mittlerweile wurde ich sauer, weil letztendlich alles zerredet wurde. Es ist doch sch...egal, wohin ich das Paket bringe, es geht bei UPS niemand etwas an, wieso ich ein Paket aufgebe, der Zweck des Unternehmens ist doch der Transport von Gütern von A nach B. Das dachte ich....

In dem Gespräch mit der netten Dame am Telefon fragte ich sie, wieso denn auf dem Frachtbrief Standard angekreuzt sein und ich für Express Saver bezahlt hätte. Da erhalte ich die Antwort, dass ich das hätte kontrollieren müssen! Ich habe sehr tief Luft geholt, das hat man deutlich hören müssen, da wurde das Telefont von UPS beendet, ohne irgend einen weiteren Kommentar. Ich bin immer noch am Grübeln, ob das P für Parcel oder Pannen steht bei UPS?

Ich kannte die Bezeichnungen der Tarife am 06.06.2011 nicht, erst ab 12:10 Uhr am 07.06.2011. Wie soll ich was kontrollieren, wenn ich nicht weiß, was? Anders ausgedrückt, wenn mein Kunde ein falsches Gutachten kriegt, ist er doch selbst dran schuld. Er hätte kontrollieren müssen, ob das Gutachten richtig ist.

Jetzt habe ich wieder etwas bezüglich Dienstleistung, Kundenbehandlung im Reklamationsfall und vor allen Dingen zum Thema Umgang mit Kunden gelernt. Nur dumm daran ist, dass ich das Lernen von UPS bei UPS bezahle, nämlich mit einem nicht realisierbaren Untersuchungstermin am 08.06.2011. Der Umsatz fehlt. Die höheren Frachtkosten stören da auch nicht mehr, ebensowenig die hohen Telefonkosten für den Kundendienst im Reklamationsfall und die nette Art, wie mit Kunden umgegangen wird. Aber na ja, ich bin schuld........ sagt UPS! Nochmal? Nein danke!