Alternative Hausschwammbekämpfung aus der Sicht des Sachverständigen

Einleitung

In den letzten Jahren werden immer mehr „alternative Sanierungen“ für Echten Hausschwamm angewendet. Dabei spielt für die Sachverständigen, die solche Sanierungen empfehlen, die Haftung eine große Rolle. Der Verfasser befasst sich mit alternativen Hausschwammbekämpfungen seid ca. 1990. Nachfolgend berichtet er von den verschiedenen alternativen Sanierungen, die er bisher erfolgreich für die Anwendung empfohlen hat.

Bei genauer Betrachtung des Begriffs „Hausschwammsanierung“ ist zu erkennen, dass nicht der Hausschwamm saniert wird. Vielmehr ist das Ziel, den Hausschwamm zu bekämpfen. Trotzdem wird der im Sprachgebrauch gängige Begriff der Hausschwammsanierung hier verwendet.

Lebensbedingungen des Echten Hausschwamms

Es soll hier nun nicht in allen Einzelheiten auf die Lebensbedingungen des Echten Hausschwamms (nachfolgend einfach Hausschwamm genannt) eingegangen werden, dazu wird auf das allgemein bekannte Buch von Dr. Huckfeldt (Hausfäule- und Bauholzpilze, 2. Auflage von 2015, Müller Verlag) hingewiesen. Aber einige Gedanken dazu müssen aufgezeigt werden, um die Vorgehensweise des Verfassers zu erklären und zu verstehen.

Die Grundvoraussetzung für das Wachstum von Hausschwamm ist Feuchtigkeit. Ohne Feuchtigkeit gibt es auch kein Hausschwammwachstum.

Der Hausschwamm ist nicht in der Lage, Luftfeuchte zu kondensieren. Beim Zerstören von Holz entsteht aber als Abbauprodukt Wasser. Das führt zu den sog. Guttationstropfen, von denen der Hausschwamm seine lateinische Bezeichnung hat. Der Echte Hausschwamm setzt aus 1000 Gramm Holz ca. 600 Gramm Wasser frei. Er kann nur dann überleben, wenn weniger verdunstet, als er produzieren kann. Daraus folgt, dass es überwiegend bauliche Maßnahmen sind, die zu einer erfolgreichen Hausschwammbekämpfung führen.

Wird Hausschwamm gefunden, muss erst einmal unterschieden werden, ob das Umfeld im Bereich des Hausschwammwachstums feucht oder trocken ist. Wenn es feucht ist, ist von aktivem Hausschwammbefall auszugehen.

Wenn das Mauerwerk trocken ist und keine durchgängigen Pilzgeflechtsstrukturen mehr erkennbar sind, das befallene Holz in diesem Mauerwerk trocken ist und z. B. auch keine Fruchtkörper mehr sichtbar sind, dann besteht der Verdacht, dass der Hausschwamm sein Wachstum eingestellt hat.  Entweder befindet er sich in Trockenstarre oder ist bereits abgestorben.

Frau Dr. Theden hat 1972 (Das Absterben Holz zerstörender Pilze in trockenem HolzMat.Org 7, S 1-10) veröffentlicht, dass nach ihren Versuchen nach einem Jahr in trockenem Holz Hausschwamm beim Befeuchten nicht wieder ausgewachsen ist. Ähnliche Erfahrungen hat der Verfasser vor Ort an unterschiedlichen Baustellen gemacht.

Jedes Hausschwammvorkommen in unterschiedlichen Gebäuden ist in Nuancen anders. Die Grundbedingung für ein aktives Hausschwammwachstum ist und bleibt Feuchtigkeit, wie bereits weiter oben angesprochen. Deshalb unterscheidet der Verfasser bei seinen Untersuchungen nicht nur die Art des Hausschwammes (nur der Echte Hausschwamm kann Wasser aus der Wand auf trockenes Holz ableiten) und den Befallsumfang, sondern nach den baulichen Situationen (wird noch Wasser zugeführt, woher wird Wasser zugeführt, wie kann dieses Gebäude getrocknet werden)

Hausschwamm ist sehr zugluftempfindlich und das ist wirksames Mittel, die Ausbreitung zu stoppen. Auch das ist bei der Untersuchung eines Hausschwammbefalls zu berücksichtigen.

Die Ausbreitung des Hausschwamms im Mauerwerk ist ein besonders Kapitel, das direkt mit den Lebensbedingungen des Hausschwamms in Verbindung steht. Hausschwammgeflechte entziehen dem Mauerwerk Feuchtigkeit, lagern aber das Abbauprodukt Oxalsäure im karbonatisierten Kalk der Wand ab. Demnach ist Hausschwamm immer dort sehr häufig zu finden, wo Kalk als Bindemittel im Mörtel eingesetzt wurde. Das sind erfahrungsgemäß Ziegelsteinbauten vor 1930. Erst ab dieser Zeit hat sich die Anwendung von Zement als Bindemittel mehr und mehr durchgesetzt. Natursteinmauerwerke haben ebenfalls im Mörtel einen hohen Kalkanteil. Ist die Wand jedoch mit frischem Kalk alkalisch, kann der Hausschwamm dieses Mauerwerk nicht durchwachsen.

Interessant ist auch die Beobachtung in der Praxis, dass der Hausschwamm in allen Wachstumsstadien sehr schnell auf die Veränderung der Umweltbedingungen reagiert. Stoffwechselstörungen werden durch Veränderung der Farbe angezeigt. Auch das ist ein Hinweis darauf, dass z. B. der Hausschwamm noch aktiv ist. Wird mit dem Finger das watteartige Mycel gepresst, färbt sich diese Stelle innerhalb von 1 – 2 min. um.

Durch Probenahmen, wie es einige Sachverständige durchführen, kann keine Hausschwammsanierung abgeleitet werden. Dazu muss das Gebäude mit allen Einflüssen kontrolliert werden. auch einzelne Hyphen vom Hausschwamm in dem Mauerwerk stellen erst einmal keine direkte Gefahr da, besonders dann, wenn das Mauerwerk trocken ist.

Um 1990 war der Feuchtigkeitsgehalt in der Wand, den der Hausschwamm zum Leben braucht, nicht näher benannt. Es gab zwar Hinweise von Rypácek (1965, deutsche Übersetzung aus dem Tschechischen), dass der Hausschwamm mit recht geringen Feuchten in der Wand und dem Holz auskommt, aber prozentuale Angaben sind nicht bekannt gewesen.

Also wurden, bewaffnet mit CM-Messgerät (Carbid-Methode), alle möglichen Schwammvorkommen auf Wassergehalt untersucht. Danach stellte sich für den Verfasser heraus, dass Feuchtigkeiten in Ziegelsteinmauerwerk von 3-5 % über der normalen Ausgleichsfeuchte (1 %) für den Hausschwamm zum Leben ausreichend waren. Höhere Feuchten im Ziegelsteinmauerwerk, z. B. um 15 %, unterstützten das Hausschwammwachstum nicht. Bei diesen Feuchtigkeiten hat der Hausschwamm sein Wachstum eingestellt.

Die Messorgien wurden mehrere Jahre bei entsprechenden Gebäudeuntersuchungen durchgeführt. Der Verfasser hat es damals versäumt, eine genaue Buchführung für die Messungen anzulegen. Entstanden ist letztendlich nur ein Gefühl für den Umgang mit Hausschwamm auf und in feuchten Wänden, auch in Abhängigkeit davon, um welchen Wandaufbau es sich handelt.

Auf der anderen Seite verführen solche Messwerttabellen für unterschiedliche Mauerwerke letztendlich auch weniger erfahrene Sachverständige zu deren Anwendung. Aus der Sicht des Verfassers ist das sehr gefährlich, wenn lediglich Messwerte übernommen werden ohne eigene Erfahrung vorzuweisen.

Jeder Sachverständige muss praktisch für sich einen Weg finden, wie er mit den unterschiedlichen Stadien des Hausschwammes umgeht und wie er sie erkennt. Hier spielt die persönliche Erfahrung eine große Rolle. Daher ist es auch sinnvoll, dass ältere den jüngeren Sachverständigen darüber berichten, welche Erfahrungen vorliegen. Bei der letzten Fortbildungsveranstaltung des Holzschutz-Überwachungsverbandes wurde dieses Vorhaben begrüßt.

Technische Grundlage der Hausschwammbekämpfung

Wie bereits im vorhergehenden Kapitel festgestellt benötigt der Hausschwamm Wasser, kann aber auch in gewissem Umfang Feuchtigkeit beim Abbau des Holzes erzeugen. Die wichtigste Forderung der Hausschwammsanierung im Mauerwerk ist, dass nach der Sanierung keine Feuchtigkeit mehr in der Wand ist und keine Feuchtigkeit mehr zugeführt wird. Kann ein solches Mauerwerk nicht hergestellt werden, darf kein Holz mehr eingebaut werden.

Schwieriger wird es mit Mauerwerk, das vom Hausschwamm durchsetzt ist und trocken ist. Warum ist keine Feuchtigkeit mehr vorhanden? Wie lange ist keine Feuchtigkeit mehr vorhanden? Erst wenn diese Fragen geklärt werden kann, kann auch über die Sanierung nachgedacht werden.

Wenn dickes Mauerwerk langsam getrocknet ist, kann im Innern der Hausschwamm noch leben. Dann kann in dieses Mauerwerk nur dann wieder Holz eingebaut werden, wenn dieses Mauerwerk durch eine Bohrlochtränkung geschützt wird. Solche dicken Mauerwerke (>40 cm) lassen sich selten schnell trocknen.

In sehr dickem Naturstein-Mauerwerk wird eine Bohrlochtränkung problematisch. Tiefe Bohrlöcher können häufig nicht hergestellt werden. Das Biozid muss aber möglichst gleichmäßig über den gesamten Querschnitt verteilt werden. Andernfalls wird das Hausschwammgeflecht nicht überall erreicht. Die heute in den Mitteln vorhandenen Biozide töten den Hausschwamm nicht ab. Sie verhindern nur, dass der Hausschwamm sich weiter ausbreitet. Außerdem können sich sich in feuchtem Mauerwerk bis unter die Wirksamkeitsgrenze verdünnen.

Daher lautet die Grundforderung, dass die Feuchteursache gefunden wird, abgestellt wird und möglichst schnell das Mauerwerk getrocknet wird.

Ähnlich sieht es beim Holz aus. Wenn Hausschwamm auf dem Holz wächst und die Verbindung des Hausschwamms zum feuchten Mauerwerk unterbrochen wird, dann kann der Hausschwamm nur so lange wachsen, wie das Holz noch genügend Feuchtigkeit aufweist. Wird aber auch das Holz möglichst schnell getrocknet, hört der Hausschwamm auch hier auf zu wachsen. Wird mit Hitze getrocknet, dann wird der Hausschwamm dabei auch auf dem Holz abgetötet (letale Temperatur aus der Praxis = 50 °C).

Die Herausforderung ist, schon bei der Untersuchung zwischen Mauerwerk und Holz zu unterscheiden. Es müssen alle Holzvorkommen in der Wand bekannt sein. Dabei spielt das Alter eines Gebäudes eine wesentliche Rolle. Je nach Erstellungszeit wurden unterschiedliche Hilfskonstruktionen aus Holz eingebaut. So wurden z. B. um 1850, weil es keine Heimwerker-Bohrmaschinen gab, zur Befestigung von Bildern an der Wand Holzdübel in das Fugennetz des Mauerwerks eingefügt. Dann konnte ein Bild an einem Nagel aufgehängt werden. Wird dieser Holzdübel übersehen und die Wand soll natürlich trocknen gelassen werden, kann an dieser Stelle Hausschwammbefall weiter wachsen, bis die Wand ausreichend getrocknet ist.

Gesetzliche Grundlagen der Hausschwammsanierung

Der Sachverständige schuldet dem Auftraggeber den Erfolg. Er geht einen Werkvertrag ein. Im Sinne des Werkvertrages schuldet er nicht die Erfüllung der Norm (Vortrag RA Rüsch, HFN 2013, Die Haftung des Planers, Ausführenden und Sachverständigen für Beratungsleistungen).

Gemäß Werkvertrag ist er verpflichtet, eine funktionierende Sanierung zu empfehlen. In diesem Wortspiel gibt es keine Alternative, somit ist der Begriff „alternative Schwammsanierung“ eher falsch gewählt und nur ein Synonym dafür, dass nicht die Regelsanierung eingesetzt werden soll. Der Sachverständige ist immer verpflichtet, eine funktionierende Sanierung zu empfehlen, egal ob sie in der DIN verankert ist oder nicht.

Zu diesem Themenkomplex gibt es das Meersburg-Urteil (vom 22.05.1987: Bundesverwaltungsgericht, Aktenzeichen-4C-33-35/83). Umgesetzt auf eine Hausschwammsanierung sagt es aus, dass in dem Fall, wo eine Sanierung nicht nach Norm aber erfolgreich durchgeführt wurde, der Auftrag erfüllt ist. Das trifft letztendlich auch auf den Anwender zu. Wurde eine Sanierung nach DIN empfohlen und hat diese Sanierung nicht funktioniert, ist der Auftrag nicht erfüllt. Wird ein Gebäude veräußert, in dem erfolgreich, aber nicht nach DIN saniert wurde, dann hat der Käufer kein Recht, eine DIN-Sanierung zu verlangen. Hier sei die Frage erlaubt, wo denn jetzt noch in diesem Rechtsbeispiel die DIN-Norm einzustufen ist. Es gibt zwar ein neueres Urteil vom BGH (, VII ZR 75/03), darin geht es aber mehr um die Abrechnung.

In der DIN 68 800 beschränkt sich die Beschreibung der Hausschwammsanierung letztendlich nur auf ein Ziegelsteinmauerwerk, bevorzugt einschalig. Die Regelsanierung sagt aus, dass eine Bohrlochtränkung durchzuführen ist. Wenn aber eine Bimswand vorhanden ist, ist mit einer Bohrlochtränkung nichts zu erreichen.

Viel wichtiger ist aber die Aussage der DIN, welche Randbedingungen bei der Schwammsanierung zu erfüllen sind. Dort wird in der Ausgabe von 2012 sehr deutlich auf den Feuchtegehalt der Wand hingewiesen. Unter anderem wurde auch die Forderung aufgenommen, dass nach der Schwammsanierung das Mauerwerk zu trocknen ist.

Unter der Voraussetzung des Werkvertrages schuldet der Sachverständige nicht die Erfüllung der Norm, sondern er schuldet eine erfolgreiche Sanierung. Hinsichtlich der Haftpflichtversicherung des Sachverständigen hat das gravierende Auswirkungen. Wenn der Haftpflichtversicherung nicht klar ist, dass der Sachverständige den Erfolg schuldet und die Haftpflichtversicherung von der Erfüllung der DIN ausgeht, sollte die Haftpflichtversicherung gewechselt werden.

In den Anfangsjahren hat sich der Verfasser mit vielen großen Objekten befasst, bei denen neuere Sanierungsverfahren ausgetestet wurden. Es wurde ein Gutachten erstellt, die Sanierung beschrieben, parallel dazu die DIN-Sanierung beschrieben und das Für und Wider gegeneinander abgewogen.

Der Bauherr wurde dahingehend beraten, dass es die Möglichkeit gibt, den Sachverständigen als Bauleiter zu verpflichten und über eine Bauleiter-Haftpflichtversicherung wurde dann dieses Objekt abgedeckt. Der Versicherung wurden zur Ermittlung des Beitrages die Unterlagen zur Verfügung gestellt und sie hat dann mit eigenen Fachleuten geprüft, wo das Risiko liegt. Üblich waren Versicherungsbeiträge zwischen 2.000 und 6.000 DM, wobei bei 6.000 DM ein geschätztes Sanierungsvolumen von 2,3 Mio. Schweizer Franken vorlag. In den heutigen Versicherungen der Sachverständigen sind die baubegleitenden Leistungen mit enthalten. Wenn es hier unklare Situationen gibt, ist dringend eine Klärung mit der Versicherung notwendig..

Das Regelverfahren nach DIN 68 800 Teil 4

Nach dem Regelverfahren wird das Mauerwerk vom Putz befreit, wenn Hausschwammbefall vorliegt. Eine Sicherheitszone von 1,5 m sollte eingehalten werden. Im befallenen Bereich der Wand muss das Holz aus der Wand entfernt werden mit einer Sicherheitszone von 1,5 m. Das befallene Holz wird mit einer Sicherheitszone von 1 m ausgebaut. Die Oberfläche des Mauerwerks ist zu reinigen.

Anschließend wird die Wand abgeflammt. Dann wird die Bohrlochimprägnierung durchgeführt. Danach wird die Wandoberfläche eingesprüht. (Das Auskratzen der Fugen steht nicht in der DIN 68 800.) Dann sagt die DIN aus, dass das Mauerwerk zu trocknen ist.

Anschließend kann Holz eingebaut werden. Es ist ratsam, unabhängig von DIN 68 800 Teil 1 und Teil 2, die eingebauten Hölzer grundsätzlich zu imprägnieren. Das ist ganz besonders dann wichtig, wenn es noch Restfeuchten in der Wand gibt.

Eine Bohrlochimprägnierung ist nicht möglich bei Bims, Porenbeton, Schieferbruchstein, dicken Bruchsteinwänden mit getrennten Schalen, Hochlochziegeln usw. Hier versagt die Regelsanierung. Deshalb ist es gar nicht möglich, die DIN 68 800 Teil 4 bezüglich der Schwammsanierung im genauen Wortlaut der DIN auf alle Objekte zu übertragen.

Die chemischen Mittel werden aus der Sicht des Verfassers etwas in ihrer Wirkungsweise überschätzt und auch die Dauerhaftigkeit nicht genau geprüft. Durch die jahrelange Tätigkeit bei Holzschutzmittelherstellern sind genügend Reklamationen für Schwammsperrmittel bekannt. Allein der Begriff „Schwammsperrmittel“ zeigt schon, dass der Hausschwamm durch die chemischen Mittel nicht abgetötet wird.

Mit der früher lieferbaren Raco-Paste der Firma R. Avenarius & Co. aus Gau-Algesheim gab es keine Beanstandungen. Dieses Mittel war sehr stark alkalisch und durch die Imprägnierung der Wand wurde die Alkalität in die Wand übertragen. Mit dem heutigen Wissen um Hausschwammsanierung geht der Verfasser davon aus, dass die positive Wirkungsweise nicht allein auf das Pentachlorphenol (Wirkstoff von Raco-Paste), sondern auch auf die starke Alkalität zurückzuführen war.

Die heute verwendeten Quads oder Borverbindungen bleiben in der Wand löslich. In den technischen Merkblättern steht sinngemäß, dass die Schwammsanierung mit diesen Produkten nur dann funktioniert, wenn die Wand getrocknet wird und trocken beibehalten wird. Dann erst sind die Mittel in der Lage, das Wachstum des Hausschwamms zu behindern.

Insofern ist die als Regelverfahren beschriebene Methode der Bohrlochtränkung und Oberflächenbehandlung aus der Sicht des Verfassers fraglich, wenn nicht sogar überflüssig. Es gibt tatsächlich nur ganz wenige Schwammvorkommen, wo mit einer Bohrlochtränkung sinnvoll eine Sanierung gegen den Hausschwamm durchgeführt werden kann.

Verfahren mit Nahrungsentzug

In der DIN gibt es den Hinweis auf dieses Verfahren. Wenn eine vom Hausschwamm befallene Wand getrocknet wird, trocken beibehalten wird und kein Holz mehr eingebaut wird, kann auf eine Bohrlochtränkung verzichtet werden.

Ausgehend von dieser Regelung hat der Verfasser bei dickeren feuchten Ziegelsteinwänden Hausschwamm befallene Balkenköpfe abgeschnitten und die Auflage in der Wand des restlichen Balkens mit Stahl vorgenommen. Damit war kein Holz mehr in der Wand eingebaut, die Wand wurde getrocknet und anschließend verputzt. Auf eine Bohrlochtränkung wurde verzichtet. Schäden in diesem Bereich durch Hausschwamm sind nicht zu erwarten.

Selbst bei trockenen dicken Ziegelsteinwänden hat der Verfasser diese Stahlanlaschungen benutzt, um auf eine mögliche Bohrlochtränkung zu verzichten. Hier bestand die Gefahr, dass die Wand innen noch nicht lange genug trocken war und der Hausschwamm sich noch in Trockenstarre befand. Da in diesem Fall der Bauherr sowieso davon ausging, dass eine Bohrlochtränkung auch allein wegen der Anwesenheit von Hausschwamm durchgeführt werden müsse, war er über eine solche Maßnahme hinsichtlich der Kosten sehr erfreut.

In früheren Zeiten wurden vom Verfasser solche Bauwerke regelmäßig kontrolliert, je nach Nutzung. Waren es Mietwohnungen, dann wurde zum Schluss der Heizphase eine Begehung durchgeführt. Bei Baudenkmälern wurden Begehungen immer dann durchgeführt, wenn der Verfasser in der Nähe war, um zusätzliche Überprüfungskosten einzusparen.

Bei diesem Verfahren des Nahrungsentzugs ist es wichtig, dass keine Holzreste in der Wand verbleiben. Zu Holzresten gehören auch Fenster. Sind Holzfenster vorhanden (nachträgliche Befallsgefahr), werden sie durch Kunststofffenster ersetzt.

Bautechnisch ist das durchführbar, in den meisten Fällen ist das der Denkmalpflege auch zu vermitteln. Andernfalls sind etwas längere und heftigere Diskussionen notwendig, um die Denkmalpflege von der Notwendigkeit der Kunststofffenster zu überzeugen. Sicher gibt es auch hier Ausnahmen, aber im normalen Wohnungsbau in denkmalgeschützten Gebäuden konnten bisher in 95 % der Fälle Kunststofffenster eingebaut werden.

Künstliches Austrocknungsverfahren

Dieses Verfahren lässt sich im Wohnungsbau häufig erfolgreich einsetzen. Verwendet werden Mikrowellengeräte. Eine vom Schwamm durchwachsene Wand wird aufgewärmt auf mindestens 50 °C für 20 min. Hat z. B. eine Ziegelwand 50 °C erreicht, ist sie in aller Regel komplett trocken. Das muss gemessen werden. Hier wird mit dem CM-Messgerät vor Beginn der Sanierung die Feuchtigkeit bestimmt. Nachdem die 50 °C erreicht sind, kann eine weitere Messung durchgeführt werden. Der Restfeuchtegehalt sollte bei 2 % liegen, 3 % sind auch noch möglich. Unsinnig ist, die Wand mit diesem Verfahren auf 0,5 % zu trocknen. Das kostet zuviel Energie.

Trocknung der Wand mit mikrowellen

Das Verfahren ist eine Kombination von Austrocknung des Mediums und Hitzebehandlung. Der Verfasser hat mit dieser Methode in den letzten Jahren mindestens 10 Objekte behandeln lassen, das erste bereits im Jahr 2004 in Hamburg. Schäden sind bisher nicht wieder aufgetreten. Es gab auch keine neu aufgetretene Durchfeuchtung.

Wirtschaftlich gesehen ist dieses Verfahren selbst wesentlich teurer als die Bohrlochtränkung. Der Vorteil liegt in den Nebenkosten. In aller Regel muss die Wohnung nicht geräumt werden. Je nach Mauerwerksaufbau muss auch nicht jeder Putz beseitigt werden. Wie bei den zuvor genannten Verfahren auch sind durch Zimmerleute die zerstörten Holzkonstruktionen wieder herzustellen.

Diese Technik funktioniert überall dort, wo über Kapillarsysteme Feuchtigkeit getrocknet werden kann. Diese Methode funktioniert z. B. nicht bei Lehmsteinen, Lehmfachwerk oder Porenbeton. Sind diese Systeme nass, lassen sie sich nicht mit vertretbarem Aufwand trocknen.

Heißluftmethode

Diese als Sonderverfahren neu in die DIN 68 800 Teil 4 aufgenommene Methode beruht auf der Abtötung des Hausschwamms durch höhere Temperaturen. Dabei spielt die Verweildauer des Pilzgeflechts in der Wärme eine wesentliche Rolle. Im DIN-Arbeitskreis wurden die vielen Varianten, die es bei der Erzeugung von Heißluft gibt, nicht ausgiebig diskutiert. Das führte dazu, dass die Heißluftmethode mit dem Hinweis auf Fachleute mit Erfahrung eingeführt wurde.

Wenn Propangas verbrannt wird, entsteht aus 1 kg Propangas 1,6 kg Wasser. Wenn Heizöl verbrannt wird, entsteht aus 1 kg Heizöl ungefähr die gleiche Menge Wasser. Wird mit einer solchen direkten Heizung ein geschlossener Raum beheizt, indem die Verbrennungsgase in diesen Raum hineingeblasen werden, erhöht sich die Feuchtigkeit in diesem Raum. Bei kaltem Mauerwerk kann das zur Kondensatbildung führen. Je höher die Temperatur, umso größer wird die Kondensatmenge.

Da aber bei einer reinen Heißluftmethode, also dem Verfahren mit dem Einblasen der Verbrennungsluft, ein Überdruck im Gebäude entstehen würde, wird häufig die überschüssige warme Luft durch den First abgeleitet. Jetzt muss mit entsprechenden Vorrichtungen dafür Sorge getragen werden, dass die eingeblasene warme Luft sich möglichst gleichmäßig überall verteilt. Das wird mit Folien, mit Verkleidungen und mit zusätzlichen Schläuchen vorgenommen. Hier sind sehr unterschiedliche Methoden möglich.

Schwierig wird es im Traufbereich. Hier kommt häufig durch die Sogwirkung kalte Luft in das Gebäude, besonders dann, wenn dieser Bereich nicht zusätzlich von außen abgedichtet wird.

Ein anderes Verfahren ist, heiße Luft von mehreren 100 °C direkt aus einer Verbrennung mit blauer Flamme mit kalter Luft in einen großen Behälter zu mischen und dann ein Verbrennungsluft/Frischluft-Gemisch mit etwa 120 °C in das Gebäude einzuleiten. Diese Methode wird auch von einigen Firmen betrieben. Auch hier wird im gleichen Verhältnis wie zuvor benannt, Feuchte in das Gebäude eingeleitet.

Es gibt nur sehr wenige Heißluftanwender, die eine geregelte Rauchgasführung in ihren Geräten eingebaut haben. Das sind meist leistungsfähige Brenner, die auf einem Anhänger oder einem kompletten Lastwagen installiert sind. Erkennbar sind solche Vorrichtungen daran, dass an den Gehäusen ein Schornstein aufsteigt, aus dem die Verbrennungsluft entweicht. Über einen Wärmetauscher wird frische Luft aufgeheizt und in das Gebäude eingeleitet. Bei dieser Methode wird kein Wasser zugeführt.

Heißluftanwendung gegen Hausschwamm

Soll Hausschwamm z. B. in einem Fachwerkhaus bekämpft werden, ist die Funktion noch einigermaßen einleuchtend. Durch die Hitzeeinwirkung werden das Holz und die Ausfachungen aufgeheizt und der Hausschwamm abgetötet. Je nach verwendeter Heißluftmethode wird zusätzlich eine Trocknung herbeigeführt. Häufig wird hier das Argument gebracht, dass mit einer Heißluftanwendung Steine nicht aufgeheizt werden können. Das ist dem Grunde nach falsch.

Ob ein Stein oder ein Mauerwerk warm wird hängt davon ab, wie lange die Wärme einwirken gelassen wird. So ist z. B. bei einer 24 cm dicken Ziegelsteinwand eine Erwärmung im Kern der Wand auf 50 °C möglich, wenn über 3-4 Tage Luft von 120 °C diese Wand umgibt. Handelt es sich nur um eine einzelne Wand, ist das mit Sicherheit unwirtschaftlich.

Handelt es sich aber um ein z. B. dreigeschossiges Gebäude, in dem über die gesamte Höhe des Gebäudes Hausschwamm gewachsen ist und nur an einigen Stellen eine Holzbalkendecke stärker geschädigt ist, dann lässt sich das rechnen. Das Gebäude wird eingepackt und mit Heißluft erwärmt. Hier wird vom Verfasser die Methode mit getrennter Rauchgasführung bevorzugt. Durch die Erwärmung wird gleichzeitig die Wand getrocknet und das Ergebnis ist nach etwa zwei Wochen Heizung ein trockenes Haus, ein abgetöteter Schwamm, getrocknete Holzbalken und die Möglichkeit, sofort weiterzuarbeiten ohne eine Trocknung der Bohrlochtränkung vornehmen zu müssen.

Eine Hausschwammsanierung in einem Ziegelsteingebäude nach dieser Methode hat der Verfasser noch nicht durchführen lassen. Hier gibt es ja auch die Möglichkeit, über das Vermeiden von Holz in der Wand die ganz normale Technik des Aushungerns anzuwenden. Zwar ist davon die Wand erst einmal nicht trocken, aber auch der Hausschwamm hat ohne Holz keine Chancen zu leben. Bei Fachwerkhäusern wurde diese Methode schon mehrfach vom Verfasser empfohlen und auch bauaufsichtlich begleitet.

Natürliche Austrocknung durch Zugluft

Diese Methode benötigt sehr viel Zeit und kann überall dort eingesetzt werden, wo eine Nutzung des Gebäudes nicht ansteht. Das sind in aller Regel Baudenkmäler.

Empfohlen wurde dieses Verfahren an mehreren Kleinobjekten, bei denen keine Nutzung anlag. Prominentestes Objekt ist das Schloss Türnich bei Kerpen. Hier war das Dach undicht und es wuchs Schwamm. Da der Stadt die sofortige Sanierung des Gebäudes zu aufwändig war, sollte dafür gesorgt werden, dass der Hausschwamm nicht weiter wächst. Es wurde eine Methode gesucht, die die Wandtrocknung einleitet, ohne dass dafür größere Aufwendungen notwendig sind.

Erste Erfahrungen wurden 1995 mit Schloss Altdöbern gesammelt, bei dem der Hausschwamm über eine gezielte Abtrocknung zum Stillstand kam. Dort wurde aber kein Computer verwendet. Durch einen Hausmeister wurde bei geeigneten Klimabedingungen die Fenster geöffnet. Durch den Durchzug im Gebäude wurden damit die Mauerwerke getrocknet.

Computersteuerung Schloss Tuernich

Verwendet wurde ein Computer, der die Außenluftfeuchte und Temperatur misst und im Innenbereich die Wandtemperatur und die Luftfeuchte. Ergibt sich aus diesen Werten ein Trocknungseffekt, steuert der Computer Servos an, die die Fenster öffnen. Das funktioniert Sommer wie Winter, Tag und Nacht. Eine solche Messeinrichtung für dieses Schloss mit ca. 20 Servos kostete ungefähr 20.000 Euro + Unterhaltskosten, die nicht näher bekannt sind.

Das Ergebnis ist nach zwei Jahren, dass der Hausschwamm aufgehört hat zu wachsen, sich nicht weiter ausbreitet. Die Außenwandstärke liegt zwischen 24 und 80 cm, je nachdem, in welchem Geschoss die Wand betrachtet wird und ob es sich um Fensternischen handelt.

Letztendlich ist diese Methode auch eine reine Austrocknungsmethode, wobei aber hier die Zugluft verwendet wird, um die Trocknung langsam vorzunehmen. 2015 ist der PC ausgefallen, aber der Hausschwamm hat sich bis März 2018 nicht wieder gezeigt. Die Sicherung des Mauerwerks war somit erfolgreich und langfristig.

Wandtemperierung

Die ersten Versuche in dieser Richtung mit Hausschwamm wurden bei einer Stuckdecke im Jagdschloss in Wabern bei Kassel durchgeführt. Das war 1993. Seinerzeit wurde ein Zwickel erwärmt, um im Winter Kondensat zu vermeiden. Raumseitig handelte es sich um das Stuckgewölbe des Jagdsaals, also ein sehr wichtiges Zeitdokument in diesem Gebäude.

Daraus entwickelten sich verschiedene Varianten der Wandtemperierung. Einmal ist es möglich, mit der Wandtemperierung das Wasser soweit wegzudrücken in der Wand, dass wieder Holz eingelegt werden kann. Gerade bei dicken Bruchsteinwänden ist das sinnvoll, wenn dort wieder Holzbalken sichtbar bleiben müssen. Die Wandtemperierung funktioniert aber auch bei Fachwerkhäusern und ganz normalen Ziegelsteinwänden wie in Schloss Gamehl (Mecklenburg-Vorpommern) bei der Sanierung 2006/2007 umgesetzt.

Damals wurde auch ein erheblicher Hausschwammbefall in den Ziegelsteinwänden vorgefunden und es war aus wirtschaftlicher Sicht nicht möglich, hier das Regelverfahren einzusetzen. Aus diesem Grund wurde mit der Wandtemperierung die Feuchtigkeit aus der Wand herausgedrückt (der Taupunkt liegt auf der Oberfläche der Außenseite) und damit dauerhaft die Wand getrocknet. Der Hausschwamm ist dort nicht wieder aktiv aufgetreten.

Aus der Sicht des Verfassers ist diese Methode aber noch ausbaufähig. Gerade im Hinblick auf die energetische Sanierung alter Häuser ist die Wandtemperierung oder auch die Wandheizung zur Erzeugung von trockenen Bauteilen ideal geeignet. Durch die Trocknung wird auch dem Hausschwamm langfristig die Feuchtigkeit entzogen und er muss in der Wand dann nicht weiter berücksichtigt werden. Hier wird an die Ergebnisse von Theden erinnert der festgestellt hat, dass der Schwamm nach einem Jahr Trockenheit bei 20 °C nicht mehr auswächst.

Verkieselung des Mauerwerks

Dieses neue Verfahren wurde vom Verfasser entwickelt und zum Patent angemeldet. Die Verkieselung ist schon sehr lange bekannt. Die Idee war, durch eine stabile Verkieselung ein Verschluss der Kapillaren herzustellen, aus den der Hausschwamm im Mauerwerk nicht mehr auswachsen kann. Verwendet wird Lithiumwasserglas mit Lithiumhydroxid. Das Mittel wird von der Firma Obermeier in Bad Berleburg unter dem Namen Koratect MSOB in Lizenz hergestellt und vertrieben. Darüber wird hier mehr berichtet.

Baubegleitung

Bei all diesen verschiedenen Varianten, die auch untereinander kombiniert werden können, ist es notwendig, dass eine regelmäßige Kontrolle bei der Sanierung durchgeführt wird. Damit werden Fehlanwendungen vermeiden. Häufig kennt der Verarbeiter die Feinheiten des vom Sachverständigen beschriebenen Verfahrens nicht.

Selten ist möglich, ein Gebäude vor einer Sanierung so gründlich zu untersuchen, dass ein vollständiger Überblick über alle Details entsteht. Deshalb sollte der Sachverständige direkt vor Durchführung der angepassten Sanierung die Baustelle besichtigen und noch einmal das Verfahren mit dem Anwender durchsprechen.

Wichtig ist auch bei einer grundlegenden Sanierung des Gebäudes, dass z. B. Architekten und Gebäudetechniker über das Verfahren informiert werden und nicht unbedingt dort, wo das stärkste Hausschwammvorkommen in der Wand ist, Anschlussrohre, Wasserleitungen etc. verlegt werden. Die Gefahr einer Leckage bei den modernen Verbindungstechniken ist nicht zu unterschätzen, bleibt häufig erst einmal unerkannt und führt unter Umständen zu einem umfangreichen Wiederaufleben des Schwamms (ist bei undichten Heizungsleitungen schon vorgekommen!).

Daraus resultiert, dass diese angepasste Hausschwammsanierung in den gesamten Bauablauf integriert wird. Nach einer solchen Sanierung sollte das Gebäude mindestens drei Jahre besichtigt werden. Bekannt ist, dass nach einer misslungenen Hausschwammsanierung etwa zwei Jahre danach der Hausschwamm wieder in vollem Umfang am Wachsen ist. Mit einer gewissen Sicherheit sind nach drei Jahren ohne besondere Merkmale erst einmal die Hauptgefährdungen durch Hausschwamm beseitigt.

Dann kann alle 2-3 Jahre das Gebäude noch einmal besichtigt werden. Bei kleinen Bauvorhaben hört sich das sehr aufwendig an und wird sich auch wirtschaftlich nicht darstellen lassen. Bei großen Gebäuden ist der Kostenfaktor der Kontrolle eher gering im Verhältnis zu der Sanierungssumme und dort sind die Bauherren viel öfter bereit, längerfristige Kontrollen einzuräumen.

Werden grundsätzlich solche Kontrollen vorher nicht besprochen oder von den anderen Verantwortlichen abgelehnt, sollte auf alternative Sanierungen verzichtet werden.

Erfolgskontrolle gemäß DIN 68 800 Teil 4

Die neue DIN 68 800 Teil 4 gibt vor, dass jede Sanierung anschließend kontrolliert werden soll. Hier stellt sich die Frage, wie eine Hausschwammsanierung kontrolliert werden kann.

Beim chemischen Verfahren ohne zusätzliche Trocknung ist dem Verfasser keine Methode bekannt, die mit vertretbarem Aufwand eine Aussage zulässt, dass die Wand z. B. mit der ausreichenden Menge Schwammsperrmittel imprägniert ist. Ansonsten lässt sich bei der chemischen Methode die Trocknung der Wand messen (Gravimetrie) und kontrollieren. Nimmt die Feuchtigkeit wieder zu oder erst gar nicht ab, war die Maßnahme nicht ausreichend und ist wenig erfolgversprechend.

Bei der Hitzebehandlung werden häufig in geschützten Vorrichtungen Pilzgeflechte eingebracht und erhitzt. Das ist aber nicht repräsentativ. Außerdem hat diese Methode den Nachteil, dass erst einmal im Labor geprüft werden muss, ob das Schwammgeflecht wieder auswächst. Das dauert einige Tage. In dieser Zeit kann die Baustelle letztendlich nicht geräumt werden und unter praktischen Gesichtspunkten müssten dann auch die bei der Wärmebehandlung erreichten Temperaturen eingehalten werden.

Der Verfasser verwendet hier Datenlogger mit Bimetallthermometer und misst die Temperatur möglichst im geografischen Mittelpunkt des Bauteils. Wenn in einer feuchten Wand die Temperatur steigt, trocknet die Wand. Nach Abschluss der Arbeiten ist es dann möglich, mit einem langsam drehenden dicken Steinbohrer Bohrmehl aus tieferen Schichten zu fördern und mittels Gravimetrie oder CM-Messgerät den Wassergehalt zu messen.

Zurzeit laufen Versuche, mit eingebauten Elektroden und Wechselstrom Feuchtigkeitsgehalte in der Wand zu bestimmen. Es gibt auch eine Messanordnung, bei der in die Wand Holzproben eingelegt werden und deren Feuchtigkeitsgehalt über die Darr-Methode bestimmt wird.

Sinn dieser Maßnahme ist ja, dem Verarbeiter nach Erreichen der Zielwerte zu bestätigen, dass er seine Arbeiten sachgerecht ausgeführt hat. Insofern ist bei solchen Maßnahmen auch immer das Gutachten zu berücksichtigen. Ein Holzschutzgutachten muss so aufgebaut sein, dass daraus erkennbar ist, welche einzelnen Maßnahmen für die Sanierung berücksichtigt werden müssen. Somit muss auch die Erfolgskontrolle, die in der DIN gefordert wird, auf dieses Gutachten abgestimmt werden.

Anwendung alternativer Verfahren

Das ist auf den ersten Blick ein heikles Thema, bei genauer Betrachtung ist es gar kein Thema. Alle für den Bau verantwortliche Personen müssen an einen Tisch. Gemeinsam wird überlegt, wie effizient die Feuchtigkeit beseitigt werden kann und ob das auch von Dauer ist. Sind diese technischen Probleme geklärt, wird berechnet, was das System kostet und was die klassische Sanierung kostet. Aus dem Holzschutzgutachten sind die Risiken abzulesen. Jetzt ist klar, wo das Risiko bestehen könnte bei den unterschiedlichen Verfahren.

Dieses Besprechungsergebnis wird dem Bauherrn zur Entscheidung vorgelegt oder er wird gleich in die Diskussion mit eingebunden. Das Ganze wird schriftlich formuliert und der Bauherr trifft die Entscheidung. Damit sind dann die Wege geebnet für alternative Verfahren.

Schlussbemerkung

Diese Aufstellung ist als persönlicher Erfahrungsbericht des Verfassers zu verstehen. Es gibt mit Sicherheit je nach Objekt eine Vielzahl weiterer Varianten, die hier nicht in den Beschreibungen aufgeführt sind. Diese Ausarbeitung richtet sich an Sachkundige für die Festlegung der Sanierung, der Ausführende hat rechtlich auch andere Punkte zu berücksichtigen.

Es ist hoffentlich deutlich geworden, dass zur Auswahl eines Schwammsanierungsverfahrens genügend Erfahrung im Umgang mit dem Hausschwamm vorliegen muss. Somit sind die Beschreibungen der Verfahren hier auch nur als Anhaltspunkte zu sehen.

Es wird dringend davor gewarnt, eine Alternative zum Regelverfahren einfach nur durch Messwerte zu untermauern. Genauso wichtig ist die Festlegung der Parameter für die spätere Nutzung.
Für die unterschiedlichen Kennwerte bei den verschiedenen Mauerwerksarten stehen zurzeit nur persönliche Erfahrungen und Messungen zur Verfügung. Hier sollte mehr Transparenz geschaffen werden.

Lastrup, den 14.07.2018

Joachim Wießner
Heinrich-Heine-Straße 6
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04472/94840